Aktuelle Bedrohungslage
Wie Angreifer heute vorgehen, welche Rolle KI-Tools dabei spielen – und was wirksam schützt.
Lage in Zahlen
Die Bedrohung ist konkret – auch für kleine Unternehmen.
48 185
neue Schwachstellen (CVEs) 2025 veröffentlicht – rund 130 pro Tag
31 %
der Datenschutzverletzungen begannen mit einer ausgenutzten Schwachstelle – mittlerweile der häufigste Einstiegspunkt (Verizon DBIR 2026)
48 %
der Datenschutzverletzungen standen im Zusammenhang mit Ransomware oder Erpressung (Verizon DBIR 2026)
4,99 Mio. USD
durchschnittliche Kosten einer Datenschutzverletzung weltweit (IBM 2026)
Angriffswege
So kommen Angreifer heute ins Netz.
// 01
Phishing – jetzt mit KI
KI erzeugt fehlerfreie, persönlich zugeschnittene Nachrichten. Rechtschreibfehler taugen nicht mehr als Warnsignal.
// 02
Ransomware mit Datendiebstahl
Daten werden verschlüsselt und zusätzlich abgezogen – gedroht wird mit Veröffentlichung.
// 03
Gestohlene Zugangsdaten
Ein erbeutetes Passwort genügt, wenn keine Mehrfaktor-Anmeldung aktiv ist.
// 04
Ungepatchte Systeme
Firewalls, VPN-Zugänge und Server im Internet werden automatisiert nach bekannten Lücken abgesucht.
// 05
CEO-Fraud und Deepfakes
Gefälschte Stimmen oder Videos von Führungskräften veranlassen Zahlungen oder die Herausgabe von Daten.
// 06
Über Dienstleister und Software
Angriffe laufen zunehmend über Zugänge von Dienstleistern oder kompromittierte Software-Updates.
Schatten-KI
Datenlecks durch KI-Tools im Arbeitsalltag.
Das grösste KI-Risiko entsteht oft nicht durch Angreifer, sondern durch gut gemeinte Nutzung: Texte, Kundendaten oder Quellcode werden „schnell mal“ in einen öffentlichen KI-Dienst kopiert – und verlassen damit das Unternehmen. Bekanntes Beispiel: 2023 gaben Samsung-Mitarbeitende innerhalb weniger Wochen mehrfach Quellcode und Besprechungsnotizen in ChatGPT ein.
- Vertrauliche Eingaben landen bei externen Anbietern und werden dort je nach Dienst und Einstellung gespeichert oder weiterverwendet.
- Private Konten und kostenlose Versionen unterliegen keinen Firmenregeln und keinem Vertrag zur Auftragsverarbeitung.
- Prompt Injection: Versteckte Anweisungen in Webseiten, E-Mails oder Dokumenten bringen KI-Assistenten dazu, Daten preiszugeben oder Aktionen auszuführen. Nationale Cybersicherheitsbehörden warnen ausdrücklich davor.
- KI-Agenten und Erweiterungen mit Zugriff auf Postfach, Kalender oder Dateien vergrössern die Angriffsfläche.
Schutz
Was wirksam hilft.
Die meisten Angriffe lassen sich mit wenigen, konsequent umgesetzten Massnahmen deutlich erschweren.
Quellen
- Verizon – 2026 Data Breach Investigations Report (22 000 Datenschutzverletzungen, 145 Länder)
- BACS (Bundesamt für Cybersicherheit) – Halbjahresbericht zur Cyberbedrohungslage in der Schweiz
- IBM / Ponemon Institute – Cost of a Data Breach Report 2026
- Jerry Gamblin – 2025 CVE Data Review (veröffentlichte CVE-Einträge 2025)
- ENISA – Threat Landscape 2025 (EU)
- UK NCSC – The near-term impact of AI on the cyber threat
- TechCrunch – Samsung verbietet generative KI-Tools nach internem Datenleck (2023)
Stand: September 2026. Die Zahlen stammen aus den genannten Veröffentlichungen.